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Am 14. April 2011 gerade drei Monate nach meinem Eintritt bei Microsoft kommt eine E-Mail mit dem Angebot, sich für ein Hilfsprojekt in Malawi zu bewerben, in dem Schulen vernetzt werden. Die letzten Jahre beschäftigte ich mich beruflich mit Lernsoftware und organisierte wie ihr wisst privat Charity-Läufe. Das war ganz klar MEIN Projekt. Alle Interviews liefen gut. Meine Voraussetzungen stimmten einfach: Erfahrung mit Schulen und Lehrern, Erfahrung mit Spendenaktionen, körperliche Fitness, vorhandene Reiseimpfungen.
Was haben wir uns vorgenommen? Chris Scutt, ein engagierter englischer Lehrer an einer International School in Malawi hat eine Vision: Er will alle Schulen in Malawi vernetzen, um Schüler in IT auszubilden, obwohl Lehrermangel herrscht. Vier Schulen werden ausgewählt, Teil eines Piloten zu werden.
So laufen die Vorbereitungen an: Alle zwei Wochen Telefonkonferenz mit dem Team, Verteilung der Aufgaben. Für mich heißt es, ein Training für Lehrer zu erstellen, damit sie mit dem Malawi Learning Partnership (MLP) umgehen können. Zudem helfe ich bei der Vorbereitung für einen DigiGirlz-Day, an dem Mädchen für die IT begeistert werden sollen. Das technische Team besteht aus 10 Leuten (aus UK, Portugal, Dubai, Italien und eben Deutschland) plus Projektleiter und unseren Executives Helen Pickup und John Nielsen. 
Am 2. September treffen wir uns alle in Johannesburg. Am 03. September fliegen wir nach Blantyre, Malawi. Wir treffen Chris Scutt und seine Frau Hannah und besprechen unseren Arbeitsplan für die Woche. Mit einem gemeinsamen Abendessen beschließen wir den ersten Tag in Blantyre.
Es folgen lange Arbeitstage in den Schulen vor Ort. Wir vernetzen alle Rechner und setzen jeden Rechner neu auf. Für das Verkabeln gibt es lange Rollen Netzwerkkabel und die nötigen Geräte, um die Kabel funktionsfähig zu machen. 
Das Deployment von XP SP3 war über das Microsoft Deployment Toolkit geplant. Genug Arbeitsspeicher und die Fähigkeit, über das Netzwerk zu booten, sind Voraussetzung. Ernüchterung ist angesagt, entgegen der vorliegenden Infos, sind viele Rechner nicht dazu in der Lage. Also stecken wir Arbeitsspeicher zusammen und erstellen Offline-Medien, um das Deployment zu starten. Nun geht es langsamer, aber es funktioniert. Einige Rechner nehmen wir abends mit in unsere Lodge und arbeiten dort bis in die Nacht weiter. 100 Rechner in fünf Tagen, das ist eine Herausforderung. Wir nutzen wirklich jede Minute – jede Minute mit Strom – denn der ist nicht immer da! Bin im Nachhinein immer noch überrascht, dass wir es im Team geschafft haben, die ganzen Schulen zu versorgen und uns gegenseitig bei Laune zu halten. 
Diese Arbeiten bilden das Grundrauschen. Aber es laufen noch weitere Aktionen: Die Verteilung von Moskitonetzen aus unserer Sammelaktion (www.againstmalaria.com) durch Helen Pickup, John Nielsen und Projektleiter Richard (Taff) Hughes. Zwei parallele DigiGirlz-Events für insgesamt 50 Mädchen. Ein Training für die IT-Lehrer aller Schulen, die Teil des Pilotprojekts sind, um sie zu schulen in SharePoint, Outlook Web Access und der Lösung, die wir auf die Rechner aufgespielt haben. Ein Training für ein kleines Support-Zentrum, das aufgebaut wird, um die Schulen zu unterstützen. 
Am „Abend mit Microsoft“ nehmen der Bildungsminister von Malawi, lokale Geschäftsleute, die MLP-Schulen und viele weitere Interessierte teil. Wir sind sicher über 400 Leute! Hierbei entspinnt sich eine interessante Diskussion. Eine engagierte Dame fragt: Warum macht ihr ein solches Projekt, wenn es doch viele Schulen in Malawi gibt, die weder Elektrizität noch ein festes Dach über dem Kopf haben? Eine berechtigte Frage, aber doch meine ich: Warum sollen die interessierten, wissbegierigen Schüler, die wir getroffen haben, keine Chance bekommen, in die Zukunft ausgebildet zu werden? Die Voraussetzungen sind schaffbar, wie wir gesehen haben und die Chance wird erkannt und begrüßt. Es ist ein Start, der die Chance in sich birgt, ganz Malawi zu vernetzen und für die Zukunft einen Grundstein zu legen.
Am deutlichsten wird mir das an der Waisenhausschule Jacaranda bewusst, die wir spontan in die Vernetzungsaktion mit aufnehmen. Die meisten Kinder sind Waisen oder Halbwaisen aufgrund von AIDS und teilweise selbst infiziert. Die Schule hatte vor ein paar Jahren weder Schulbücher noch Hefte. Durch unermüdlichen Einsatz der Gründerin Marie und des Direktors Luc verfügt die Schule inzwischen nicht nur darüber, sondern auch über gespendete Rechner, mit denen bisher niemand richtig umgehen konnte. Mit unserer Vernetzungsaktion wird der Kontakt zu anderen Schulen hergestellt und sie werden auf Dauer Anleitung bekommen, wie sie die Computer für ihre Ausbildung wirklich nutzen können. Zum Dank für unsere Spontanaktion kommen wir in den Genuss einer Aufführung der Schüler mit eigen komponierten Songs und witzigen Einlagen. Diese Energie zu spüren beeindruckt mich enorm und ich bin sicher, dass das Projekt weiter geht. 
Was bringt die Zukunft? Chris Scutt und sein Team werden regelmäßig Trainings für Lehrer abhalten. Der IT-Support vor Ort unterstützt die Schulen bei der Pflege und Instandhaltung der Computerräume und -netze. Im kommenden Jahr erhält er von Microsoft einen Support-Vertrag für komplexe Probleme. Außerdem gibt es ein Mentoring Framework für Malawi, in dem wir helfen, weiteres IT-Knowhow aufzubauen. Zu guter Letzt bleiben wir in Kontakt und können weiterhin helfen – nicht zuletzt durch Sammeln von Geld für Moskitonetze gegen Malaria wie wir es mit unserem Staffelmarathon am 9. Oktober 11 machen werden. Dafür kann jeder von Euch etwas tun – spenden auf http://www.againstmalaria.com/marathonrelaymunich.
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